Wenn du darauf Wert legst, deine Smartphone-Fotos vernünftig zu sortieren und eventuell falsche Daten abzuändern oder Geotags korrigieren bzw. neu platzieren möchtest, ist dir sicher aufgefallen, dass dies nicht ohne weiteres möglich ist. Am PC funktioniert es ganz leicht – es erfordert allerdings Zeit und Geduld, alle Bilder auf den Rechner zu überspielen und dort zu bearbeiten. So kannst du den raschen Upload in soziale Netzwerke vergessen. Die Bild-Informationen, die du ändern möchtest, werden als so genannte Exif-Informationen (Exchangeable Image File Format) innerhalb der Foto-Dateien abgespeichert. Smartphones haben normalerweise keine Bearbeitungs-Funktion dafür integriert, du musst dir also mit APPs behelfen, die diesen Nachteil ausmerzen. So auch der "EXIF Foto Tag Editor" (erhältlich für Android), eine augenscheinlich simple, kleine Anwendung eines deutschen Entwickler-Teams.
Öffnest du die App, sollst du zunächst ein Foto aus deiner Galerie (falls du weitere Galerie-APPs besitzt, kannst du auch auf diese zugreifen) auswählen (wichtig: momentan werden ausschließlich JPEGs akzeptiert). Ist dies geschehen, erscheint eine kleine Ansicht des von dir gewählten Fotos, unter der sich unkompliziert die verfügbaren Einstellungen reihen. Du kannst zunächst das Foto um 180, 270 oder 90 Grad drehen und die GPS-Koordinaten editieren. Tippst du auf die entsprechende Schaltfläche kannst du wahlweise direkt Koordinaten eintippen (falls du sie aus dem Kopf weißt), alternativ hält die APP aber auch eine klassische Landkarten-Suche bereit. Du tippst also den Ortsnamen ein (leider gibt es keine Suchvorschläge, du musst also genau wissen, wie der Ort heißt), dann erscheint eine (etwas gering auflösende) Karte, auf der du deinen gewünschten Standort recht exakt positionieren kannst. Hier kommt hilfreich hinzu, dass du die Koordinaten noch auf 6 Nachkommastellen genau auswählen kannst.
Zurück im Hauptmenü kannst du noch die Einstellung, die der Weißabgleich während der Aufnahme hatte manipulieren ("Auto" oder "Manual"), das Erstellungsdatum (auf die Sekunde genau), sowie welche Kamera verwendet wurde oder auch die eingetragenen Werte für ISO, Belichtung, Brennweite und Blende ändern. Zugegeben: Solche Angaben zu ändern wird wohl nur selten Sinn ergeben. Den Autor des Fotos einzutragen, ist hingegen natürlich sinnvoll, wenn du die Fotos weitergeben oder irgendwo veröffentlichen willst. Eigentlich schade, dass die Smartphones dafür keine Voreinstellung bieten.
Mit dem großen Speichersymbol unterhalb der Bild-Vorschau bestätigst du deinen Eingriff. In unserem Fall hat auf einem von zwei Geräten, auf denen wir die App ausprobiert haben, das Speichern allerdings leider nicht funktioniert (aber soweit konnten wir wenigstens diese Meldung verfassen). Und auf dem anderen wurde bereits jeder Versuch ein Foto zu Öffnen mit der Meldung "File is not a JPEG" abgebrochen (natürlich waren die Fotos JPEGs). 0,78 Euro kostet die APP im Google Play Store aktuell, eigentlich kein Geld, aber für das derzeitig offensichtliche Apha-Stadium zuviel. Trotzdem ist die App vom Ansatz her gut. Probiere die App bei Interesse also ruhig aus – allerdings gleich nach der Installation. Und falls sie nicht funktioniert, klicke im Google Play Store auf "Erstatten" dann wird der Kauf rückgängig gemacht und die App deinstalliert. Das funktioniert innerhalb von zwei Stunden nach dem Kauf. Genug Zeit also, die App in Ruhe zu testen. Wir werden die App jedenfalls im Auge behalten und diesen Test später altualisieren, wenn die App gereift ist.
Vorteile
- Ordentlicher Funktionsumfang
- Übersichtliche Oberfläche
Nachteile
- Dunkler Hintergrund, dunkle Schrift
- Nur JPEG unterstützt
- Derzeit noch sehr fehlerhaft