Story-Kamera fotografiert auch den Fotografen Wer fotografiert, kommt nicht mit aufs Foto! Bei der Canon PowerShot N100 gilt diese Regel nicht mehr. Über die neue Funktion „Duale Aufnahme“ hält die rückwärts gerichtete Story-Kamera den Fotograf mit allen Emotionen im Bild oder Video fest. Dieses wird in die eigentliche Aufnahme eingebettet und kann dann dank der integrierten WiFi-Funktionalität bequem und drahtlos auf soziale Netzwerke hochgeladen werden. Die Kamera unterstützt auch NFC (Near-Field-Communication) zum Abgleich der Verbindungsdaten zwischen ihr und dem mobilen Endgerät.

  • Bild Mit der PowerShot N100 stellt Canon eine Kompaktkamera vor, die zusätzlich zur normalen Hauptkamera eine zweite, als „Story-Kamera“ nach hinten gerichtete 25-mm-Weitwinkel-Optik bietet. [Foto: MediaNord]

    Mit der PowerShot N100 stellt Canon eine Kompaktkamera vor, die zusätzlich zur normalen Hauptkamera eine zweite, als „Story-Kamera“ nach hinten gerichtete 25-mm-Weitwinkel-Optik bietet. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Canon PowerShot N100 kombiniert einen konservativen Kamera-Look mit vielen innovativen Funktionen. [Foto: MediaNord]

    Die Canon PowerShot N100 kombiniert einen konservativen Kamera-Look mit vielen innovativen Funktionen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Bei der Canon PowerShot N100 gibt es trotz großem, schwenkbarem Touchscreen die üblichen Hardware-Tasten. In der Mitte über dem Monitor erkennt man die rückwärtige "Story-Camera". [Foto: Canon]

    Bei der Canon PowerShot N100 gibt es trotz großem, schwenkbarem Touchscreen die üblichen Hardware-Tasten. In der Mitte über dem Monitor erkennt man die rückwärtige "Story-Camera". [Foto: Canon]

Die Canon PowerShot N100 wird in klassischem Schwarz geliefert und mit 10,5 Zentimeter in der Breite und 6,8 in der Höhe kommt sie im rechteckigen Format, ist allerdings mit knapp 3,6 Zentimeter recht dick und kann nicht einfach in der Hosentasche verstaut werden. Die neue Kompakte von Canon verfügt über einen 12,1 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor und den leistungsstarken Digic-6-Prozessor, der eine schnelle Bildverarbeitung sicherstellt. Damit sollen Bild- und Videoaufnahmen auch bei wenig Licht und mit kürzeren Belichtungszeiten sehr natürlich wirken. Das Objektiv bietet einen fünffachen Zoombereich mit einer Kleinbild entsprechenden Brennweite von 24 bis 120 Millimetern und hat eine integrierte, optische Bildstabilisierung, die Verwackeler verhindern soll. Dank des optimierten Dynamic IS Modus sollen auch Filme, die im Gehen aufgenommen werden, besonders ruhig sein. Auf der Rückseite der Kamera ist ein klappbarer 3-Zoll-Touchscreen verbaut, der Aufnahmen in Bodenhöhe vereinfacht und eine Auflösung von 922.000 Bildpunkten besitzt. Seine Helligkeit kann in fünf Stufen an die Lichtverhältnisse der Umgebung angepasst werden. Sensor, Objektiv und Bildprozessor der N100 versprechen eine tadellose Bildqualität, stammen sie doch aus der Canon PowerShot S110, die ein gutes Stück teurer ist als die N100.

Duale Aufnahme

Was die Ausstattung anbelangt, hat die Canon PowerShot N100 eine interessante Innovation auf Lager. Was sich mittig über dem Display befindet und auf den ersten Blick für einen Sucher gehalten werden könnte, ist eine nach hinten gerichtete kleine Zweitkamera, die der einer Handykamera ähnelt. Diese sogenannte Story-Kamera sorgt dafür, dass das gesamte Geschehen von beiden Seiten festgehalten werden kann, indem man auch den Gesichtsausdruck des Fotografen aufnimmt – damit kann zurzeit keine andere Digitalkamera aufwarten. Diese Aufnahme-Modalität wird durch einen Schiebeschalter rechts oben vom LC-Display aktiviert und funktioniert sehr einfach, denn die PowerShot N100 zeigt auf dem Monitor ein Vorschaubild an und sofort kannst Du Dein Foto schießen. Diese Zweitkamera arbeitet parallel zur Hauptkamera und fängt mit ihrem 25-Millimeter-Weitwinkelobjektiv bis zu zwei Personen hinter der Kamera ein. Sie liefert aber eine Auflösung von nur 0,3 Megapixel, eignet sich also wirklich nur dafür das Rück-Bild als Bild im Bild in die Hauptaufnahme zu integrieren, was sowohl im Foto- als auch im Video-Modus funktioniert. Die Vorschau kann auf dem Touchscreen bewegt und an der gewünschten Ecke des Hauptbildes losgelassen werden. Durch Tippen auf das Selfie wählst Du zwischen drei verschiedenen Bildgrößen. Dabei ist aber der Begriff „Selfie“ nicht ganz korrekt, denn es ist immer eine duale Aufnahme. Für ein richtiges Selbstportrait brauchst du die Hauptkamera. Dabei ist es dann schade, dass sich der Klappmonitor nicht ganz (um 180 Grad) nach oben schwenken lässt. Ob man die duale Aufnahme mag oder nicht, ist sicherlich individuelle Geschmacksache. Besser wird ein Foto dadurch insgesamt natürlich nicht. Der Fotograf steht ja oft nicht vor schönen Hintergrund und es besteht permanent die Gefahr, dass er sich nicht nur auf das Geschehen vor der Kamera konzentriert, sondern er muss nun zusätzlich darauf achten selbst einigermaßen sinnvoll im Bild zu erscheinen. Wenn da man nicht der eine oder andere Schnappschuss verpasst wird! Aber witzig ist die Funktion natürlich zumindest im Video in dem Moment, wo der Kameramann mit den Personen vor der Kamera interagiert. Seine Stimme kommt dann nicht wie von einem Off-Sprecher, sondern er ist (zumindest ganz klein) über die Bild-im-Bild-Funktion mit eingeblendet.

Hybrid-Auto und Gesichtserkennung

Eine weitere Funktion, die die PowerShot N100 bietet, nennt sich Hybrid-Auto. Damit entgeht niemandem ein schönes Motiv, denn von jeder Fotoaufnahme zeichnet die Kamera automatisch einen Videoclip von vier Sekunden auf. Hybrid-Auto kann zudem mit der Dualen Aufnahme kombiniert werden. In diesem Fall wird dann die Person hinter der Kamera jeweils zwei Sekunden vor und nach dem Druck auf den Auslöser aufgenommen. Am Ende des Aufnahmetages werden alle Clips zu einem 720p-Film zusammengefasst, damit auch die Entstehungsgeschichte der Fotos dokumentiert wird. Im Test funktionierten beide Aufnahmetechniken problemlos und sie sind sicher spaßige Innovationen. Trotzdem fragen wir uns, ob wirklich jemand sowas nutzen wird. Canon unterstreicht, dass die Kamera den Fotografen selber in den Fokus rückt, aber wir sind nicht davon überzeugt. Denn leider erinnert das kleine Rück-Bild eher an einen FaceTime-Videoanruf und vermittelt den Eindruck, dass der Fotograf irgendwo anders ist – das ist schon ein wenig schade.

Um Alben unterhaltsamer zu gestalten, kannst Du auch auf die Gesichtserkennung zugreifen und vor der Aufnahme die Gesichts-ID-Informationen der Motive speichern. Informationen wie Name und Geburtstag können für bis zu zwölf Personen gespeichert werden. Wenn die Kamera dann das Gesicht einer auf solche Weise gespeicherten Person erkennt, stellt sie automatisch auf diese Person scharf, sofern die entsprechende Funktion aktiviert ist. Die Daten der Gesichts-ID werden auch in den jeweiligen Fotos mitgespeichert. Das kann vor allem nützlich sein, wenn Du die Canon als Bildbetrachter nutzt und dabei die Fotos sortieren möchtest oder wenn Du die Fotos einer bestimmten Person suchst. In der Praxis konnten wir die Gesichter und die entsprechenden Informationen in wenigen Sekunden hinterlegen und die Gesichtserkennung funktionierte zuverlässig.

Story Highlight-Funktion

Mit Hilfe der Story Highlight-Funktion kannst Du von der Kamera ein Fotoalbum erstellen lassen. Über den neuen Modus wird besonders einfach und ohne lange Bearbeitungszeit eine Geschichte erzählt. Der Modus stellt automatisch alle besten Aufnahmen des Tages in ein dreiminütiges Videoalbum zusammen, das betrachtet und geteilt werden kann. Dank eines besonderen Algorithmus und des DIGIC 6 Prozessors analysiert die Kamera alle Aufnahmen und sucht – sortiert nach Themen, Datum oder in der Kamera registrierten Personen – die besten davon für das Videoalbum aus. Das gelingt dann besonders gut, wenn Du die Aufnahmen vorher mit der Favoriten-Taste markiert hast. Die Favoriten-Taste der PowerShot N100 befindet sich rechts des Displays und ist mit einem Sternchen gekennzeichnet. So entscheidest Du selbst, welche Aufnahmen für Story Highlights benutzt werden sollen. Sonst tendiert die Kamera ähnliche Bilder auszuwählen, wenn mehrere Fotos vom gleichen Objekt gemacht wurden. Foto-Puristen werden sich wahrscheinlich darüber lustig machen, denn dieses Feature ist offensichtlich für Leute gedacht, die kein allzu großes Interesse an der Qualität haben, sondern lieber den Augenblick aufnehmen wollen. Dennoch arbeitet die Funktion einwandfrei und in wenigen Sekunden liefert sie ein gutes Endresultat, auf das viele Nutzer sich sicher freuen werden.

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